Barns Balhaus
Dienstag, 4. März 2008
Aller Anfang ist schwer
Im konkreten Fall galt es neben der Idee des Ausstellungswürfels auch ein Innenleben zu gestalten, welches die Besucher an die Bilder und Objekte heranführt, ähnlich einem realen Gebäude von ca. 20 Meter in Breite und Höhe. So verfiel ich anfangs auf eine Art Rundlauf mit Geländer und Aufgängen, der sich spiralförmig an der Innenwand entlang nach oben zog und den Gästen die Möglichkeit gab, direkt an den Bildern vorbei zu laufen und mögliche Skulpturen im offenen Innenbereich des Rundlaufes anzusehen. Um die Optik und den Blick durch die gesamte Galerie nicht zu stark durch die Gänge und Treppen einzuschränken, gestaltete ich diese transparent, nahezu unsichtbar. Das erschwerte allerdings die Orientierung der Avatare auf den gläsernen Wegen und wurde entsprechend wenig genutzt. So zogen es die meisten Gäste vor, fliegend oder schwebend im Raum herum zu gucken und die Bilder mittels Kamera heran zu zoomen. Damit ging der Zweck des Rundlaufes ins Leere, auch verhinderte er durch den direkten Wandkontakt das Hängen großer, über 2 Etagen gehender Bilder oder schnitt diese, was ein Betrachten erschwerte. Anders als bei der ähnlich gestalteten White Cube Gallery wollte ich aber gerade den Freiraum der Wände auch für Bildgrößen nutzen, die im realen Leben in aller Regel nicht existieren. 10 Meter als maximale Breite sollten kein Tabu bleiben, ergo musste eine andere Lösung her und die Idee mittig gehängter Plattformen war geboren, mit ihr auch ein Teleportsystem, das den Besucher auf die jeweils gewünschte Ebene
von 3 möglichen beamte.
Unterteilt wurden diese Plattformen aufsteigend in grün über rot nach gelb. Diese Farben finden sich auch auf der Teleporttafel neben dem Landepunkt und befördern den Gast auf die entsprechende Ebene. Jede Plattform hat ein vergleichbares Farbteleportsystem, wobei die jeweilig entbehrliche Ebenenfarbe durch weiß als Zielfarbe des Galeriebodens ersetzt ist. So weit so einfach, doch das vorausgesetzte optische Verständnis, sich durch die Farben auf die jeweilig zugeordnete Plattform leiten zu lassen, überforderte doch manchen Besucher. Lieber flogen auch weiterhin einige Gäste herum, stießen sich die Köpfe an den noch immer transparenten Besucherebenen oder versuchten durch die blau schimmernde Außenwand zu fliegen, orientierungslos auf der Suche nach einem Ausgang. Diesen gab es, doch ohne ein extra angebrachte Schild schien er für viele Avatare unsichtbar. Doch wer sich einmal die Mühe machte, sich zu Recht zu finden, kam gern wieder und lobte das auf den zweiten Blick durchdachte System. Als Anreiz für eine stete Wiederkehr diente bei all den baulichen Verbesserungen ein zu jeder monatlich wechselnden Ausstellung passendes Geschenk (Gift), was der lesekundige Besucher einer besonderen Skulptur entnehmen kann. Zusammen mit Informationsmaterial, Adresspunkt und Galeriefoto erhält er ein Gratisbild in sein Inventar. Ob er es dort aber je wiederfindet, bleibt ein Geheimnis.
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